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Mein Leben mit Diabetes

Lesen Sie das Interview mit Claudia Nölle. Claudia ist Diabetikerin und arbeitet als Sales Account Manager bei der Firma Axon Lab AG. Sie ist verantwortlich für die Betreuung der Kunden in den Bereichen Apotheken und Diabetes. Im folgenden Beitrag erzählt Claudia über ihre Erfahrungen mit dem CGM-System S7 EasySense® zur kontinuierlichen Glukosemessung

  

Claudia Nölle

 

Welchen Typ Diabetes hast du?

Typ-1 Diabetes


(Erklärung der Redaktion: Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin. Dieses fehlende Insulin muss in Form von Injektionen zugeführt werden)

 

 «Nach dem Einkauf konnte ich die Einkaufstüten nicht mehr selber heben.»

 

 

Wann hast du die Diagnose erhalten?

Vor 20 Jahren von meinem Hausarzt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ziemlich viel Stress im Privatleben und erholte mich einfach nicht mehr von einer Grippeinfektion. In dieser Phase hatte ich extrem abgenommen und litt unter einer bleiernen Müdigkeit und Muskelschmerzen. Bereits kleinste Anstrengungen brachten mich aus der Puste. Meine Augen machten auch Probleme: häufig sah ich nur verschwommene Umrisse und meine Weitsicht hatte merklich abgenommen.

Auffallend waren auch mein trockener Mund und mein extremer Durst.

An einem Tag habe ich während dem Lebensmittel-Einkauf drei Flaschen Cola getrunken, weil ich so durstig war. Nach dem Einkauf konnte ich die Einkaufstüten nicht mehr selber heben. Das hat mir Angst gemacht. Ich bin dann sofort zum Arzt gegangen.

 

Was hat der Arzt gemacht?

Er hat meinen Blutzucker gemessen und mich direkt ins Krankenhaus eingewiesen. Ich hatte insofern Glück im Unglück: wäre ich erst einige Stunden später behandelt worden, hätte ich wohl den nächsten Tag nicht mehr erlebt.

Im Krankenhaus erhielt ich einen Tropf gegen die Dehydration und es wurde erstmals Insulin gespritzt.

 

«Sie haben mir das geschenkte Konfekt weggenommen mit dem Hinweis, dass ich so etwas nie wieder essen dürfe.»

 

Wie hast du auf die Diagnose Diabetes reagiert?

Es war ein Schock! Die Behandlung im Krankenhaus war zudem alles andere als optimal; das Betreuungspersonal hatte keine Ahnung vom Umgang mit Menschen mit Diabetes. Die pflegenden Nonnen haben mir zum Beispiel das geschenkte Konfekt weggenommen mit dem Hinweis, dass ich so etwas nie wieder essen dürfe.

 

Oh nein, das klingt bitter. Wie ging es dann weiter?

Ich wurde an einen Diabetologen überwiesen, einen Facharzt für Diabetes. Er konnte meine Fragen beantworten und mir die nötige Therapie aufzeigen. Meine Basalrate (d.h. Grundumsatz an Insulin) wurde festgelegt und ich habe gelernt, das Kurzzeit-Insulin für die Mahlzeiten und für allfällige Korrekturen zu berechnen.

 

Welche Hilfsmittel hast du genutzt?

Ein Blutzuckermessgerät und zwei verschiedene Insulinpens: einen für die Basalrate und einen für das Kurzzeit-Insulin für die Abdeckung der Mahlzeiten und die Korrektur-Dosen.

Ich stand dann aber vor der Herausforderung, dass am Morgen mein Blutzuckerwert immer sehr hoch war. Aus diesem Grund bin ich auf eine Insulin-Pumpe mit Schlauch umgestiegen, weil diese das Basal-Insulin alle 2 Minuten abgibt und ich so auch am Morgen optimaler eingestellt war. 

Anspruchsvoll war allerdings, dass diese Pumpe mit Schlauch immer mitgeführt werden musste in einer Tasche oder in der Kleidung (Hosenbund oder –tasche, BH) und oft verrutschte. Die Abgabe von Insulin war auch eingeschränkt, wenn sich der Schlauch einklemmte (beispielsweise in einem Reissverschluss) oder wenn sich bei unsorgfältiger Befüllung Luftblasen im Schlauch befanden.

Der nächste Schritt zu mehr Mobilität und Komfort war dann die Umstellung auf eine schlauchlose Patch-Pumpe.

 

«Ich habe immer gehofft, dass es ein System geben wird, mit welchem ich den Verlauf des Blutzuckers sehen
und mich so besser orientieren und korrigieren kann»

 

Was waren dann die grössten Herausforderungen?

Es kam immer wieder zu Abweichungen, z. B. bei Krankheiten, bei Stress oder während des monatlichen Zyklus.

Ich habe immer gehofft, dass es ein System geben wird, mit welchem ich den Verlauf des Blutzuckers sehen kann und mich so besser orientieren und korrigieren kann: steigt der Spiegel? Ist er ständig hoch? Ist er bereits am Sinken?

Auch das ständige Stechen zum Blutzuckermessen hat mich irgendwann mal genervt.

Deshalb habe ich sehr motiviert ein Flash Glucose Monitoring System ausprobiert. Leider war das nicht optimal für mich: einerseits weil ich neben dem Steuergerät der Pumpe ein weiteres Lesegerät mit mir rumtragen musste und andererseits weil ich natürlich nur nach erfolgtem Scannen Daten zur Verfügung hatte, d.h. in der Nacht hatte ich keine Werte und somit auch keine Überwachung.

Und gerade das ist sehr wichtig für mich: eine der schwierigsten Situationen ist eine Unterzuckerung, eine Hypoglykämie in der Nacht. Ich wache schwach und irgendwie benebelt auf und weiss, dass ich aktiv werden muss, obwohl ich am liebsten einfach liegenbleiben möchte.

 

«Mit dem kontinuierliche Glukose-Überwachung in Echtzeit mit vorausschauenden Warnungen
schlafe ich beruhigt ohne Angst for einer Unter- oder Überzuckerung.»

 

Und? Hast du in der Zwischenzeit eine gute Lösung gefunden, um diese nächtlichen Hypos zu kontrollieren?

Ja. Mein Arbeitgeber Axonlab hat ein CGM, ein System zur kontinuierlichen Glukose-Überwachung in Echtzeit ins Sortiment aufgenommen. Ich habe es natürlich sofort Probegetragen. Es ist praktisch, dass die Daten einfach und bequem aufs Smartphone übertragen werden, weil ich das ja eh dabeihabe. Vorausschauende Warnungen zeigen mir, wenn die Werte zu hoch oder zu niedrig werden. Diese Ober- und Unterwerte kann ich selber definieren. So habe ich alles jederzeit und überall unter Kontrolle.  Weil der Glukosewert alle 2 Minuten während 24 Stunden gemessen wird, werde ich auch in der Nacht überwacht und erhalte Warnungen, wenn der Wert zu hoch oder tief ist. So kann ich beruhigt schlafen, ohne Angst vor einer Unter- oder Überzuckerung.

 

Das hilft sicher bei deinem Blutzucker Management. Gibt es weitere positive Punkte?

Das S7 Easy Sense® ist wasserfest: es bleibt auch beim Schwimmen und Duschen am Körper. Der Sensor kann praktisch schmerzfrei eingeführt werden, nach dem Anbringen spürt man nichts.

Ausserdem wird die Feinabstimmung der Therapie deutlich einfacher: die aufgezeichneten Grafiken zeigen den ganzen Verlauf und helfen bei den vierteljährlichen Besuchen bei meiner Diabetologin enorm.

Sehr erfreulich ist auch, dass sich mein Hba1c-Wert innerhalb von 6 Monaten von 8.5 auf 7.9 verbessert hat.

Das CGM erhöht die Lebensqualität erheblich, ich muss nicht mehr so häufig Stechen und habe mehr Kontrolle. Aber es ist noch nicht meine Traumlösung.

 

 «Ich wünsche mir eine Lösung, welche möglichst automatisch funktioniert.»

 

Was wäre denn das Optimum für dich?

Ich wünsche mir eine Lösung, welche möglichst automatisch funktioniert, also möglichst nah dran ist an einer funktionierenden Bauchspeicheldrüse. Toll wäre zum Beispiel, wenn das CGM mit einer closed loop Pumpe kombiniert werden könnte und so die benötigte Insulinabgabe selbständig anpasst und injiziert wird.

 

Das klingt spannend und wäre sicher entlastend. Was ist der Unterschied zwischen semi-closed loop und closed loop?

Bei einem Semi-closed loop-System schaltet bei der Unterzuckerung die Insulinabgabe ab. Beim closed loop kommt dazu, dass bei hohem Blutzucker zusätzliches Insulin verabreicht wird.

 

Was hilft im Umgang mit Diabetes?

Man muss die Krankheit annehmen und das Beste daraus machen. Hilfreich ist ein gutes Gespür für den Körper. Natürlich gibt es Phasen, wo alles zu viel wird und ich einfach keinen Bock mehr habe. Dann ist es mir jeweils ziemlich egal, wie hoch mein Blutzuckerwert ist. Diese Phasen dauern aber meist nicht lange, weil mir bewusst ist, welche Folgen ich riskiere.

Sehr wichtig ist mir mein Umfeld, meine Freunde und Familie. Und natürlich die Tiere: meine Hunde und mein Pferd helfen mir, dass es mir gut geht.

 

«Hey, bei dir piept’s!»

 

Humor ist auch hilfreich: wenn die Insulin-Pumpe mal wieder einen Warn-Alarm abgibt kommt es vor, dass wir Diabetiker zueinander sagen: ‚Hey, bei dir piept’s!‘.

 

Vielen Dank Claudia für dieses offene und sehr informative Gespräch. Wir drücken die Daumen, dass du bald ein CGM mit closed loop Pumpe in Betrieb nehmen kannst oder die Forschung mit der Entwicklung einer künstlichen Bauchspeicheldrüse vorankommt.

 

Mehr Informationen zum CGM-System S7 EasySense® finden Sie unter easydiabetes.ch

Hier geht es zur Produktebroschüre

 

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