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DIE ÜBERWACHUNG DES „ZYTOKINSTURMS“: Das C-reaktive Protein (CRP) und die Dysregulation der Immunantwort bei COVID-19.

Hintergrund

Ein neuer Stamm des Coronavirus (COVID-19) – einer lungenentzündungsähnlichen Atemwegserkrankung – breitet sich seit seinem ersten Auftreten in der chinesischen Stadt Wuhan Ende Dezember 2019 rasch über den Globus aus. Am 30. Januar 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 zu einer „Notlage der öffentlichen Gesundheit von internationalem Belang“. Am 9. März 2020 gab die WHO bekannt, „die Gefahr einer Pandemie sei sehr real geworden“.

Die globale Sterblichkeitsrate bei COVID-19 liegt derzeit bei 3,4 Prozent und ist damit viel höher als die der saisonalen Grippe, an der nur etwa 0,1 Prozent der Infizierten sterben. Die Zahl der Todesopfer durch das potenziell tödliche Virus hatte bei der letzten Zählung mehr als 4'280 erreicht; mehr als 65'700 Menschen sind genesen. Todesfälle werden aus China, Iran, Südkorea, Italien, Frankreich, den USA, dem Vereinigten Königreich, Japan, Australien, Spanien, Thailand, den Philippinen und der Schweiz gemeldet.

CORONA-INFEKTIONEN: Das Szenario in Indien

ICMR: Bis dato wurden insgesamt 271 Personen unter Verdachtsfällen und Kontakten bekannter positiver Fälle als positiv bestätigt

 

Laboruntersuchungen auf COVID-19

Molekulare Assays zur Diagnose von 2019-nCoV (RT-PCR)
Mehrere Assays, die den 2019-nCoV nachweisen, wurden und werden derzeit entwickelt, sowohl firmenintern als auch kommerziell. Einige Assays weisen ausschliesslich das neue Virus nach; einige können auch andere Stämme (z. B. SARS-CoV) nachweisen, die genetisch ähnlich sind.

Die Bestätigung der Infektion erfolgt durch die Durchführung einer RT-PCR für SARS-CoV-2
Auffällige Laborwerte bei Patienten mit COVID-2019-Infektion:

Quelle: Giuseppe Lippi* und Mario Plebani

 

CRP, Blutbild und COVID-19

Obwohl das CRP bei leichten viralen Atemwegsinfektionen normalerweise nicht signifikant ansteigt, haben sich die Werte in schweren Fällen, wie z. B. bei den Vogelgrippen H1N1 und H7N9 sowie während der SARS-Epidemien im Jahr 2003, erhöht. Ein ähnlich signifikanter Anstieg des CRP wurde auch bei COVID-19-Patienten berichtet.
COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-19) betrifft sowohl Menschen als auch Tiere und kann schwere Schäden an den Atemwegen einschliesslich der Lunge verursachen. Dieses pathogene Virus wird in Abstrichen von Hals und Nase bei Patienten nachgewiesen, die tatsächlich oder mutmasslich von der Krankheit betroffen sind. Wenn COVID-19 die oberen und unteren Atemwege infiziert, kann dadurch ein leichtes oder hochakutes respiratorisches Syndrom mit nachfolgender Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen, einschliesslich Interleukin (IL)-1B und IL-6, verursacht werden. Als Reaktion auf eine Infektion oder Entzündung sezernieren die Makrophagen IL-6 und IL-1B, was die Hepatozyten zur Produktion von CRP in größeren Mengen anregt.
Von Januar 2020 bis zum 16. Februar 2020 wurde eine retrospektive Studie über die klinischen Merkmale von 128 COVID-19-Fällen mit bestätigenden Laborwerten aus dem Krankenhaus Nr. 1 in Xiangyang durchgeführt. In der Studie wurde aufgezeigt, dass die Leukozytenzahl bei den Gesamtpatienten im Normalbereich lag, bei den Patienten der schwer erkrankten Gruppe jedoch signifikant erhöht war (P<0,01). Die Lymphozytenzahl der Gesamtpatienten war verringert. Der C-reaktive Protein (CRP)-Spiegel war bei allen Patienten deutlich erhöht, in der schwer erkrankten Gruppe jedoch signifikant höher als in der nicht schwer erkrankten Gruppe (P<0,01).

Aus einer weiteren Studie über die klinischen Merkmale von 140 mit SARS CoV-2 infizierten Patienten ging hervor, dass 91,9 Prozent der Patienten einen erhöhten CRP-Spiegel aufwiesen; dieser Wert erreichte bei schwer erkrankten Patienten bis zu 96,4 Prozent.

 

Dysregulation der Immunantwort bei Patienten mit COVID-19

Möglicherweise spielt eine Dysregulation der Immunantwort, insbesondere der T-Lymphozyten, eine grosse Rolle im pathologischen Prozess von COVID-19. Bei der Früherkennung der kritischen Erkrankung, Diagnose und Behandlung von COVID-19 ist daher eine Überwachung des Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnisses (NLR) sowie der Lymphozytenuntergruppen hilfreich.
Die aktuelle Studie enthielt eine Reihe neuer Hinweise auf eine dysregulierte Immunantwort bei COVID-19-Patienten dahingehend, dass SARS-CoV-2 möglicherweise hauptsächlich auf Lymphozyten (insbesondere T-Lymphozyten) wirkt, einen „Zytokinsturm“ im Körper auslöst und eine Reihe von Immunreaktionen hervorruft, welche die entsprechenden Organe schädigen. Daher ist die Überwachung von NLR und Lymphozytenuntergruppen in der Früherkennung der kritischen Erkrankung, Diagnose und Behandlung von COVID-19 hilfreich.

Laborergebnisse von 140 COVID-19-Patienten

 

 

Schweregrad der Erkrankung

 

 

Laborparameter

Alle Patienten (n = 138)

Nicht schwer Erkrankte (n = 82)

Schwer Erkrankte (n = 56)

P-Wert

Leukozyten (x109/l; Normalbereich 3,5-9,5)

Erhöht – Anz./Gesamtz. (%)

Erniedrigt - Anz./Gesamtz. (%)

4,7 (3,7-6,7)

17/138 (12,3)

27/138 (19,6)

4,5 (3,5-5,9)

4/82 (4,9)

18/82 (22,0)

5,3 (4,0-9,0)

13/56 (23,2)

9/56 (16,1)

0,014

0,003

0,513

Lymphozyten (x109/l; Normalbereich 1,1-3,2)

Erniedrigt - Anz./Gesamtz. (%)

0,8 (0,6-1,1)

104/138 (75,4)

0,8 (0,6-1,2)

58/82 (70,7)

0,7 (0,5-1,0)

46/56 (82,1)

0,048

0,160

Lymphozyten-Prozentanteil (%, Normalbereich 20-50)

16,9 (9,2-26,0)

20,0 (12,5-28,4)

12,7 (7,7-22,0)

<0,001

Eosinophile (x109/l; Normalbereich 0,02-0,52)

Erniedrigt – Anz./Gesamtz. (%)

0,01 (0,0-0,05)

73/138 (52,9)

0,02 (0,008-0,05)

39/82 (47,6)

0,01 (0,0-0,06)

34/56 (60,7)

0,451

0,165

Eosinophile-Prozentanteil (%, Normalbereich 0,4-8)

0,3 (0,0-1,0)

0,5 (0,08-1,0)

0,2 (0,0-0,8)

0,166

D-Dimer (μg/l; Normalbereich 0-0,243)

Erhöht - Anz./Gesamtz. (%)

0,2 (0,1-0,5)

35/81 (43,2)

0,2 (0,1-0,3)

12/43 (27,9)

0,4 (0,2-2,4)

23/38 (60,5)

<0,001

0,004

C-reaktives Protein (CRP) (mg/l; Normalbereich 0-3)

Erhöht - Anz./Gesamtz. (%)

34,2 (12,5-67,4)

125/136 (91,9)

28,7 (9,5-52,1)

72/81 (88,9)

47,6 (20,6-87,1)

53/55 (96,4)

<0,001

0,199

Procalcitonin (PCT) (ng/ml; Normalbereich 0-0,1)

Erhöht - Anz./Gesamtz. (%)

0,07 (0,04-0,1)

41/118 (34,7)

0,05 (0,03-0,1)

16/68 (23,5)

0,1 (0,06-0,3)

25/50 (50,0)

<0,001

0,004

Serumamyloid A (SAA) (mg/l; Normalbereich 0-10)

Erhöht - Anz./Gesamtz. (%)

92,53 (44,6-161,3)

46/51 (90,2)

91,5 (24,9-163,2)

29/34 (85,3)

108,4 (54,1-161,6)

17/17 (100,0)

0,600

0,156

Serumcreatinkinase (U/l; Normalbereich 40-200)

Erhöht - Anz./Gesamtz. (%)

72,5 (52,2-115)

4/60 (6,7)

83,0 (56,0-112,0)

1/35 (2,8)

66,0 (38,5-144,0)

3/25 (12,0)

0,192

0,298

Hinweis: Die Daten werden als Median (IQR) angegeben; COVID-19, Coronavirus-Krankheit 2019; IQR, Interquartilsabstand; P-Werte kennzeichnen den Vergleich zwischen nicht schwer erkrankten und schwer erkrankten Untergruppen.

 

In dieser Studie wurde auch darauf hingewiesen, dass der Test auf den Entzündungsmarker CRP ein leicht verfügbarer und etablierter Test ist, der als Hilfsmittel zur Überwachung während des Therapieprozesses eingesetzt werden kann.

 

  • Allem Anschein nach entspricht der Anstieg der CRP-Werte dem Schweregrad und der Prognose der Krankheit. Bei Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz und normalem CRP können nicht-COVID-bedingte Ätiologien (wie z. B. Herzinsuffizienz) in Betracht gezogen werden.
  • Young fand niedrige CRP-Werte bei Patienten, die keinen Sauerstoff benötigten (Mittelwert 11 mg/l, Interquartilsabstand 1–20 mg/l), im Vergleich zu Patienten, die hypoxämisch wurden (Mittelwert 66 mg/l, Interquartilsabstand 48–98 mg/l).
  • Ruan stellte fest, dass die CRP-Werte dem Sterblichkeitsrisiko entsprachen (die überlebenden Patienten wiesen einen CRP-Median von ca. 40 mg/l mit einem Interquartilsabstand von ~10–60 mg/l auf, während bei Patienten, die verstarben, der Median 125 mg/l mit einem Interquartilsabstand von ca. 60–160 mg/l betrug).

 

Zusammenfassung

  • Blutbild und CRP-Test sind für die Erstbeurteilung von Coronavirus-Patienten empfehlenswert.
  • Blutbild und CRP-Test als Entzündungsmarker sind Hilfsmittel zur Überwachung während des Therapieprozesses bei Coronavirus-Patienten.

 

 

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Lesen Sie hier den Originalartikel («Medical Newsletter COVID-19») von Horiba Medical.

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