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Sommerzeit: Blasenentzündungszeit

Es ist Sommer!

Sommer steht für Sonne, Liegestuhl, Strand, Wasser, Badehose – und oft in Folge auch für vermehrten Harndrang, mit lästigem Brennen und Schmerzen beim Wasserlösen.
Sommer = Zeit der Blasenentzündung, oder im Fachjargon Cystitis acuta genannt.

 Sommer

Wie kommt es dazu, dass wir im Sommer häufig an der Cystitis leiden? Der Grund ist oft nasse Badekleidung. Auch wenn es die Badegäste in der Hitze nicht merken: Trocknet beispielsweise ein Badeanzug auf der Haut, verdunstet das Wasser – dadurch entsteht Kälte. Das führt dazu, dass sich der Beckenbereich sehr schnell abkühlt. Die Folge: Die Durchblutung wird reduziert, was in diesem Bereich zu einer Abwehrschwäche führt. Die Folge davon kann eine «Blasenerkältung» bedeuten.

Versursacher für eine akute Cystitis ist zu 80% der Fälle der Erreger Escherichia coli. Dieser Keim gehört zu der Gruppe den der gramnegativen Stäbchen, welcher im Darm als nichtpathogenes angesiedelt ist, in der Harnröhre und Blase aber hingegegen äusserst pathogen wirkt.

Charakteristisch für dieses Bakterium sind seine schnelle Zellteilung: Bereits nach 20 Minuten hat sich ein E.coli Bakterium geteilt und vervielfacht sich somit in rasanter Geschwindigkeit exorbitant schnell. Selbstverständlich können auch andere Keime wie Staphylokokken, Enterokokken, Pseudomonaden, Proteus mirabilis oder Klebsiellen Ursache für eine akute Cystitis in Frage kommen, sind aber längst nicht so häufig die Krankheitsverursacher wie das Kolibakterium.

Ebenso wenig ist auch alleine eine nasse Badebekleidung der Grund für das Auftreten der akuten Blasenentzündung. Weiter können beispielsweise andere Erkrankungen wie Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, Blasen- oder Nierensteine, Harnröhrenstrikturen, urethraler Reflux einer Cystitis zu  Grunde liegen.

E.coli

Um Folgekomplikationen wie bspw. die Pyelonephritis zu vermeiden, ist eine rasche und zuverlässige Diagnose notwendig. Jeder von uns weiss, dass eine Antibiotikatherapie nur dann sinnvoll ist, wenn auch das Vorhandensein von Bakterien, wie dessen Typisierung und Resistenzprüfung, bestätigt ist. 

Neben der Anamnese mit klaren Symptomzeichen wie der Dysurie und Pollakisurie, oft Unterbauchschmerzen und eventuell Hämaturie, ist die Harnuntersuchung die schnellste Methode, um ein Vorliegen einer Cystitis zu erkennen. Die Harnuntersuchtung erfolgt im frischen Spontanurin, mittels einem manuell oder automatisiert ablesbaren Urinteststreifen. Meist findet sich da ein pathologisch positives Ergebnis bei den Leukozyten, Erythrozyten und eventuell Proteinen. Das Nitrit-Pad kann, muss aber nicht, eine Farbveränderung auf dem Urinteststreifen aufweisen. Dies, weil nicht alle Keime das Nitrat im Urin in Nitrit umwandeln. Das Vorhandensein von positivem Nitrit ist oft ein Indikator für das Vorliegen von E.coli.

Um weitere, aussagekräftigere Hinweise bezüglich der Diagnose einer Cystitis stellen zu können, empfiehlt sich neben der Durchführung eines Urinsedimentes die Anlegung einer Urinkultur mittels Urineintauchobjektträger (z.B. UrinAX).

Diese Urin-Slides bestehen aus zwei Hauptmedien für das Wachstum der Bakterien: Der CLED-Agar, auf dessen Nährboden alle im Urin vorhandenen Keime wachsen, sowie der Mac Conkey-Agar für die selektive Anzucht von nur gramnegativen Keimen. Mittels diesen zwei Agars erhalte ich bereits gute Hinweise über eine ungefähre Gesamtanzahl der gefundenen Keime im Urin, wie auch darüber, ob es sich bei dem Erreger um grampositive Keime (z.B. Staphylococcus), oder um gramnegative Keime (z.B. E.coli) handelt. 

Optimalerweise nutzt man einen Urin-Dip-Slide, welcher zusätzlich noch über ein Antibiotika-Medium (z.B. UrinAX mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol (= Bactrim) oder Selektivzusatz für Anzucht von Pseudomonaden (Cetrimid) verfügt. Diese Medien dienen zur Sensitivätsprüfung auf das Antibiotika der Wahl. Bleibt dieser Agar frei von Bakterienwachstum, wird die Cystitis auf die Gabe dieses Antibiotika positiv ansprechen. Bei Wachstum von Bakterien auf diesen Medien oder bei rezidivierenden Cystitiden empfiehlt sich eine genaue Typisierung, sowie Antibiotika-Resistenzprüfung des Keims durch Ihr externes Grosslabor. 

Ist die Cystitis dann ausgeheilt, steht auch einem weiteren Besuch in der Badeanstalt nichts mehr im Wege. Aber immer daran denken, nasse Badekleider frühzeitig zu wechseln.

Gerne senden wir Ihnen auch unsere Axonlab-Poster zum Thema Urinentnahme sowie UrinAX zu. Bestellen Sie es einfach und bequem über dieses Formular

 

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